Täglich brenzliche Situationen

Die Fahrerinnen und Fahrer des Kreisomnibusbetriebs beschäftigten sich einen Tag lang mit dem Thema "Konfliktmanagement". Die Diskussionen zeigten, wie wichtig im Alltagsbetrieb dieses Problemfeld ist.

13 Uhr, Kissinger Straße in Hammelburg. Hunderte Kinder und Jugendliche verlassen nach dem Gong das Gymnasium und die Realschule. Die meisten von ihnen drängen sich nun an den Bushaltestellen in der Von-der-Tann-Straße und in der Kissinger Straße. Die Busse des Kreisomnibusbetriebs (KOB) und des Omnibusverkehrs Franken (OVF) treffen im Minutentakt ein.

Tagtäglich bietet sich den Fahrerinnen und Fahrern das gleiche chaotische Bild: Schüler drängeln, wollen Erste beim Besteigen des Busses sein und sich die besten Sitzplätze sichern. Für die Busfahrer ist das Stress pur. Vorsichtig tasten sie sich mit den großen Omnibussen an die Haltestellen heran. Vor allem wenn die Fahrer nach rechts in die Haltebuchten hineinziehen, sind die Karosserien der Busse quasi auf Tuchfühlung mit den Schülern. „Die jungen Passagiere sind teilweise so unvernünftig, dass unsere Fahrer permanent Angst haben müssen, einen dieser ungestümen Fahrgäste zu überfahren“, sagt Claus Schubert, einer der Geschäftsführer der KOB GmbH.

Extreme Drängelei

Vor Ort bietet sich genau dieses Szenario. Sobald der Bus an die Haltestelle heranfährt, setzt in dem Pulk der wartenden Schüler ein gefährliches Drängeln, ja Schubsen, ein. „Das geht soweit, dass unsere Fahrer manchmal das Einfahren in die Haltebucht unterbrechen müssen, um keinen Passagier über den Haufen zu fahren. In anderen Fällen ist die Drängelei so extrem, dass die Fahrer die Türen ihrer Busse nicht öffnen können“, ist Schubert in großer Sorge, dass es ganz schnell einmal zu einem schlimmen Unfall kommen könnte.

Auch unter Druck cool bleiben

In solchen prekären Situationen cool zu bleiben und sich nicht im Ton gegenüber den Dränglern zu vergreifen erfordert von den Schulbusfahrerinnen und -fahrern ein dickes Fell. Sind die Schüler erst zugestiegen und hat sich der Bus in Bewegung gesetzt, kommen oft neue Probleme hinzu. Manche der jugendlichen Fahrgäste widersetzen sich kategorisch den Weisungen der Fahrer, die Sitzplätze nicht zu verlassen. Das sind ausgesprochen schwierige Situationen für die Mitarbeiter des auf den Personentransport spezialisierten Unternehmens.

Gefährlich und unbefriedigend

Für die Verantwortlichen der Gebietsverkehrswacht Hammelburg ist das ein äußerst unbefriedigender Zustand. „Wir setzen uns seit Jahrzehnten für mehr Sicherheit der Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule und nach Hause ein“, informiert Polizeioberkommissar Hubert Koch über die Bestrebungen von Verkehrswacht und Polizei in Hammelburg. „Deshalb haben wir im Rahmen der Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule“ eine Veranstaltung in den Regierungsbezirk Unterfranken respektive in den Altlandkreis Hammelburg geholt“, sagt der Verkehrserzieher und Verkehrswacht-Geschäftsführer.

21 Fahrerinnen und Fahrer des KOB ließen sich in einem Tagesseminar über aktuelle Themenfelder informieren und zugleich fit machen für das Verhalten in Problemsituationen. Nach den Worten von Alfons Hausmann, dem Leiter der Polizeiinspektion Hammelburg, ist das Gewährleisten der Schulwegsicherheit den unermüdlichen gemeinsamen Anstrengungen zu verdanken.

Polizeioberrat Markus Hack vom Polizeipräsidium Unterfranken informierte über die glücklicherweise niedrigen Schulwegsunfallzahlen in ganz Unterfranken. Polizeihauptkommissar Manfred Schneider, Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bad Brückenau und Geschäftsführer der Brückenauer Verkehrswächter, beschäftigte sich mit rechtlichen Aspekten der Schülerbeförderung.

Bus ist sicherstes Verkehrsmittel

Für Gesamt-Bayern zog Erster Polizeihauptkommissar Hubert Schröder eine insgesamt positive Bilanz in Bezug auf die Schulwegsunfälle. „Der Schulbus ist nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel für unsere Schulkinder.“ Schröder referierte als Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr. Mit Christian Rennie (Nürnberg) hatte die Veranstaltung einen guten Coach und Referenten. Rennie erarbeitete während des Workshops „Konfliktmanagement für Schulbusfahrer/ -innen“ mit den Seminarteilnehmern Lösungsansätze für das richtige Verhalten im Rahmen der Schülerbeförderung.

Zu den Themenbereichen „Was läuft gut?“, „Wo gibt es Potenziale?“ und „Was nervt?“ brachten die Frauen und Männer zunächst ihre Erfahrungen in Kleingruppen zu Papier. Anhand von Fallbeispielen suchten die KOB-Beschäftigten im Anschluss nach Lösungsansätzen und Möglichkeiten der Deeskalation. Für den Workshop und die Referenten gab es im Anschluss ein ausgezeichnetes Feedback von Seiten der Teilnehmer.

Sicherheit geht vor

Claus Schubert bestärkte die Busfahrerinnen und -fahrer des KOB in ihrem bisherigen Handeln. „Sicherheit geht auf jeden Fall vor Erfüllung des Fahrplan-Zeittaktes.“ Schubert gab sich froh und glücklich ob der schon in den zurückliegenden Jahren ausgezeichneten Zusammenarbeit mit Polizei, Kommunen, Behörden und Verkehrswachten. Wolfgang Prestele, Geschäftsführer und Sprecher der Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule“ blieb es vorbehalten, die Aktion vorzustellen und sich für die tatkräftige Unterstützung vor Ort durch Hubert Koch zu bedanken.

Ein großes Kompliment sprach Karlheinz Franz den Busfahrerinnen und -fahrern für ihr umsichtiges Handeln aus. Der Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Hammelburg unterstrich die traditionell gute Kooperation innerhalb des Altlandkreises Hammelburg mit dem Ziel einer hohen Verkehrssicherheit. Sein Dank galt allen Mitwirkenden und dem Landkreis als Hausherr für die Seminarräume im Atemschutzzentrum Oberthulba.

Eltern verschärfen die Situation

Als „kriminell“ bezeichnete Franz die Situation in der Kissinger Straße, wenn gegen 13 Uhr zahlreiche „Eltern-Taxis“ für eine zusätzliche Verschärfung der ohnehin angespannten Verkehrssituation sorgen. „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis hier ein schlimmer Unfall passiert.“ Die Verkehrswächter wollen sich für eine nachhaltige Verbesserung der Bedingungen an dieser Stelle und an anderen Haltestellen einsetzen.

Quelle: http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/hammelburg/Taeglich-brenzliche-Situationen;art14324,1582739,PRINT?_FRAME=33

Autor: Karlheinz Franz

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